Blackberry meets Android

Ratgeber Titelbild zu: Blackberry meets Android

Noch vor wenigen Jahren galt Blackberry als das Nonplusultra moderner Mobilfunktechnik: Mit seinen gleichnamigen Modellen konnte der kanadische Techniktüftler insbesondere Geschäftsmenschen eine attraktive Alternative gegenüber den 08/15-Urzeithandys bieten. Mittlerweile haben Apple & Co. den einstigen Riesen jedoch auf die hintersten Plätze verwiesen: Blackberrys gelten vor allem aufgrund ihrer betriebssystemgebundenen Inkompatibilität nur noch als Randmodelle und können auch in technischer Hinsicht nicht mehr überzeugen. So ist der Marktanteil des ehemaligen Branchenprimus sogar auf magere 8 Prozent gesunken! Dies könnte sich allerdings bald ändern: Mit dem Priv liefert Blackberry sein erstes Smartphone, welches die alten Vorteile der Kommunikationsmeister in Form einer haptischen Tastatur mit den neuen Möglichkeiten der offenen Programmiersprache Android verbindet!

Altes Prinzip im neuen Mantel …

Das Alleinstellungsmerkmal eines Blackberrys machte stets dessen, meist im QWERTZ-Layout konzipierte, vollwertige Tastatur aus. Im Zeitalter der Touchscreens und Sprachbefehlfunktionen mag diese haptische Eingabenmethode eventuell rückständig erscheinen, doch unter vielen Schreiberlingen erfreuen sich die ausgestalteten Tastaturen einer nach wie vor großen Beliebtheit. Das Priv führt ebendieses Eingabeprinzip wieder ein: Unter dem ungewöhnlich dimensionierten Bildschirm (5,43 Zoll) schlummert eine physische Tastatur, die sich in ersten Tests als überaus schreibflüssig und eingabefreundlich erwies. So sind die Tasten zum Beispiel leicht hervorgehoben und dank einer cleveren Autokorrekturoption bringt das Priv einen präzisen Schreibspaß mit sich. Dass sich das Modell mit solch einer Tastatur bedienen lässt, ist auf den ersten Blick übrigens in keinster Weise ersichtlich, denn diese wird im Normalmodus von dem Bildschirm komplett verdeckt: Erst ein gekonnter Schub des Displays weg vom Nutzer legt die Tastatur frei. Dann verlängert sich das Priv um gut 4 Zentimeter und misst somit 18,4 x 6,7 Zentimeter. Demnach fällt das Handy im Schreibmodus recht ausladend aus, denn auch die Gerätetiefe von 9,2 Millimetern liegt erkennbar über den Werten aktueller Konkurrenzmodelle. Zusammen mit dem Gewicht von rund 190 Gramm macht das Blackberry Priv somit einen echten Brocken aus. Das hohe Gewicht spiegelt allerdings auch die hohe Qualität des Geräts wider: Der Schiebemechanismus, der gesamte Rahmen und die jeweiligen Einheiten sind sehr robust gehalten, bestens miteinander verbunden und fühlen sich auch noch sehr geschmeidig an.
Das bereits erwähnte Display kann übrigens im wahrsten Sinne des Wortes punkten: Satte 2.560 x 1.440 Pixel bringt die Anzeige hervor. Dies ergibt eine sehr feine Bildqualität, doch Weißflächen werden von dem Priv teilweise nicht so überzeugend wie erwartet dargestellt: Die POLED-Technik lässt hin und wieder ein unschönes Grundmuster erkennen, was sich zum Beispiel beim Scrollen schnell bemerkbar macht. Ungeachtet dessen liefert das Priv einen wirklich hochwertigen Bildschirm. Zudem sind trotz der Tastatur auch noch Touchscreensensoren auf beziehungsweise in dem Display verbaut, was die mittlerweile standardisierte Oberflächensteuerung per Bildschirmberührung ermöglicht.

… und neuem Kern

Neben Tastatur und Display macht vor allem die Software des Blackberry Priv ein interessantes Merkmal aus: Als erstes Blackberry-Modell der Welt kann das Priv mit dem Betriebssystem Android aufwarten und stellt damit eine ratsächliche Sensation dar. Das Google-System kommt in der Version 5.1 daher und soll sich in Kürze auf 6.0 aktualisieren lassen. Blackberry belässt es allerdings nicht bei der Konkurrenz-Software und spendiert seinem Neuling sogenannte Quick Actions und Shortcuts. Beide Programmfunktionen vereinfachen die Bedienung, denn über diese lassen sich entweder auf dem Bildschirmrand oder direkt auf der Tastatur ganz individuelle Verknüpfungen ablegen. Ebenfalls mit an Board: Eine moderne Verschlüsselungstechnik, die dem Nutzer die größtmögliche Privatsphäre bieten soll. Ein separater Boot-Sektor beispielsweise erschwert das Rooten des Geräts enorm. Und die App DTEK liefert eine tief greifende Analyse des Systems, die nicht nur eine Antiviren-Suche im Echtzeitmodus umfasst: Welche Apps wann und wie auf die Daten des Geräts zugreifen, wie sicher die Bildschirmsperre ist, ob genügend verschiedene Passwörter für unterschiedliche Webseiten genutzt werden und viele weitere Informationen offenbart DTEK innerhalb weniger Sekunden nach Programmstart.

Hardware fernab der Massenware

Ähnlich wie der ungewöhnlich formatierte Bildschirm lassen auch die restlichen Hardware-Komponenten des Blackberry Priv einen gewissen Hang zum Außergewöhnlichen erkennen. So besteht der Prozessor beispielsweise aus sechs Kernen und reiht sich demnach zwischen den gängigen Quad-Core- und den neuen Octa-Core-Prozessoren ein. Doch ob ungewöhnlich oder nicht: Mit einer Taktfrequenz von 4 x 1,57 GHz und 2 x 1,8 GHz bringt das Smartphone eine ordentliche Betriebsgeschwindigkeit zustande. Ebenfalls außergewöhnlich: Eine 18 Megapixel starke Hauptkamera knipst ihre Aufnahmen bei Bedarf mit einem zweifarbigen Blitzlicht und für genügend Speicherplatz kann ein bis zu 2 TB großer Speicher genutzt werden! So groß darf nämlich die zusätzliche Speicherkarte, die mit dem Priv nutzbar ist, ausfallen. Als Standardvolumina dienen ein 32 GB großer Flashspeicher und ein 3 GB dicker Arbeitsspeicher. Ein abschließendes Highlight liefert das Priv noch in Form eines Hochleistungs-Akkus: Die Leistung der Lithium-Ionen-Zellen beträgt 3.410 mAh, was laut Hersteller eine maximale Laufzeit von beinahe 22 Stunden ergibt!

Fazit

Wer einerseits den Komfort der guten alten Vollwerttastatur und andererseits die Vielfältigkeit der aktuellen Mobilfunktechnik nutzen will, ist mit dem Priv offensichtlich gut beraten. Wann der Blackberry-Neuling hierzulande erhältlich sein wird, steht allerdings noch in den Sternen: Bisweilen ist das Smartphone aus Übersee lediglich in den USA zu haben. Beziehungsweise war dort zu haben! Die Nachfrage nach dem Gerät hat die Erwartungen des Herstellers nämlich weit übertroffen und so ist das Priv bereits vielerorts ausverkauft. Sollten Sie also bereits jetzt mit dem Smartphone liebäugeln, so nutzen Sie am Besten die Zeit, bis das Handy auch in Deutschland erscheint, um sich einen passenden Vertrag auszusuchen. Denn sobald das Blackberry-Highlight in Europa aufschlägt, werden auch Vertragspartner à la Vodafone & Co. den neuen Bestseller in ihr Sortiment aufnehmen. Und falls Sie diesen dann mit einem der neuen LTE-Tarife kombinieren, können Sie mit dem Priv nicht nur schnell tippen, sondern auch noch schnell durchs Internet surfen, da das Priv besagte Turbo-Datentechnik ebenfalls unterstützt!

Eingestellt am: 25.11.2015

Weitere Ratgeber

  • Samsungs siebte Antwort aufs iPhone

    Nachdem wir bereits über das – vermutlich noch im Frühjahr dieses Jahres erscheinenden – iPhone 7 berichtet haben, soll nun ein genauer Blick auf das nächste Flagschiff aus dem Hause Samsung geworfen werden. Mit dem Galaxy S7 wollen die Südkoreaner nämlich das Nonplusultra der aktuellen Telekommunikationstechnik liefern und dabei sämtliche Mängel ihrer vorherigen Flagschiffe ausmerzen … (22.01.2016) weiter lesen

  • Apple-Mania auf Hochtouren: iPhone 7 in greifbarer Nähe?

    Seit seinem Smartphone-Debüt mit dem iPhone hat Apple sage und schreibe 12 Versionen des Kulthandys auf die Beine gestellt. Üblicherweise verwöhnt der kalifornische Technikriese seine treuen Anhänger erst in den Herbstmonaten eines jeden Jahres mit neuen iPhones, doch Gerüchten zufolge soll die Vorstellung der Smartphone-Neuauflage für 2016 bereits im Frühjahr erfolgen. Dies will nun zumindest die chinesische Wirtschaftszeitschrift „Commercial Times“ durch einen anonymen Mitarbeiter der Foxconn-Zentrale in Taipeh erfahren haben. Der Konzern war bereits für die bisherigen Handy-Modelle aus dem Hause Apple zuständig und soll auch für das iPhone 7 als Produzent in Erscheinung treten. Apple will mit diesem verfrühten Vorstellungsdatum beziehungsweise Verkaufsstart vermutlich dem Erzrivalen Samsung Paroli bieten, denn dieser hat bereits für diesen März sein neues Flagschiff aus der Galaxy-Reihe, das S7, angekündigt. Was bereits jetzt alles über das iPhone 7 zu wissen ist, worüber heiß spekuliert wird, und mit welchen Besonderheiten das Smartphone grundsätzlich dienen könnte, verrät der Newsartikel. (07.01.2016) weiter lesen

  • Das LG Class: Edellook zum Jubelpreis?

    Dass LG längst nicht mehr in die Reihe der Preiswert-Smartphone-Produzenten einzuteilen ist, hat der Konzern aus Fernost bereits mit einigen Modellen aus der G-Serie unter Beweis gestellt. Zwar werden die früheren Optimus-Geräte weiterhin produziert, machen mittlerweile jedoch nur noch einen nebensächlichen Bestandteil des LG-Handy-Imperiums aus. So hat der Hersteller mit dem „Class“ beispielsweise ein komplett neues Konzept aufgegriffen: Für nicht einmal 250 Euro soll dem Kunden eine solide Technik in einem besonders ansehnlichen und auch noch besonders robusten Metallgehäuse geboten werden. Was hinter dem Edeldesign des LG Class steckt, für wen sich das Modell lohnen könnte, und worauf beim Kauf geachtet werden sollte, erläutern die folgenden Zeilen. (07.01.2016) weiter lesen

  • Lenovos heißes Trio

    weiter lesen

  • Blackberry meets Android

    weiter lesen

  • Kleines Nischenhandy für große Sparfüchse

    weiter lesen

  • Heiße Ware aus Googlehausen Teil 2

    weiter lesen

Alle Ratgeber anzeigen