Samsung im Alleingang

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(Samsung)

Hard- und Software stellen zwei grundsätzlich verschiedene Technikklassen dar. Jede dieser Klassen muss bei der Konzeption eines guten sowie leistungsfähigen Computers jedoch einer professionellen Herstellung entstammen. Dies gilt auch für Smartphones: Selbst das schnellste Handy mit dem kräftigsten Prozessor kann mit einer misslungenen Benutzeroberfläche oder einem fehlerhaft konfigurierten Betriebssystem schnell für Enttäuschung sorgen, wobei ein hoch ausgefeiltes und cleveres Software-Paket ebenfalls nur wenig Nutzen ohne entsprechender Speicher-, Prozessor- und Akkuleistung mit sich bringt. Deshalb greifen viele Hersteller auf externe Quellen, wie zum Beispiel auf das Betriebssystem Android von Google. So verfahren etwa HTC, LG und Samsung – bis jetzt. Der Letzte im Bunde will sich nun nämlich an die Verbreitung eines eigenen Betriebssystems wagen! Tizen soll es heißen und ist im indisch-indonesischen Raum schon auf so manchem Smartphone zu finden

Tizen im Detail

Tizen stellt eine Verbindung aus mehreren Systemen dar, wobei Samsung bereits im Jahre 2012 mit dessen Entwicklung startete: In Kooperation mit dem CPU-Spezialisten Intel bildeten die Südkoreaner auf der Grundlage der Open Source Software MeeGo ihr eigenes Betriebssystem, welches vor allem die Verbindung mehrerer Gerätschaften leichter machen soll. So könnte Samsung zum Beispiel seine internetfähigen Fernseher aber auch die kommenden Kühlschränke, Spül- und Waschmaschinen mit dem Programm bestücken, sodass der Besitzer eines Tizen-Smartphones die Vorzüge des Smart Home auch ohne zusätzlicher Kommandozentrale genießen darf. Rein optisch erinnert das System allerdings stark an Googles Android und auch die Menüstruktur ist bei Tizen auffällig übereinstimmend mit ebendiesem gehalten. So soll dem Nutzer der Umstieg von Android auf Tizen wohl möglichst einfach gemacht werden.

Absage an Google?

Bisher verwendete Samsung, mit Ausnahme einiger weniger Wave-Modelle samt Bada, strikt das beliebte Betriebssystem Android aus dem Hause Google. Der amerikanische Suchmaschinenriese beliefert mittlerweile jedoch beinahe die Hälfte aller Smartphones mit seinem System und hat somit trotz der theoretischen Unabhängigkeit Androids – auch Android stellt im Grunde genommen ein Open Source Programm dar – eine unverkennbare Machtposition auf dem internationalen Handy-Markt eingenommen. Gut deutlich macht sich die Macht Googles am Beispiel Microsofts Smartphone-Sparte: Der Entschluss Googles vor wenigen Monaten, Handys mit dem Betriebssystem Windows nicht mehr die Synchronisation mit Google-Konten zwecks Nutzung eigener Dienste wie etwa Gmail zu erlauben, brachte dem Microsoft-Konzern einen herben Rückschlag im Rahmen seiner Handy-Expansionspolitik ein. Und gegen ebendiese Vormachtstellung scheint sich Samsung nun wehren zu wollen: Mit dem Betriebssystem Tizen soll zumindest ein Teil des Android-Lagers die Seiten wechseln und an den neuen Smartphones aus der Galaxy Z Reihe Gefallen finden. Gleichzeitig wollen es sich die Südkoreaner allerdings auch nicht mit dem Softwaregiganten aus den USA verscherzen: Etliche Dienste von Google lassen sich auch in Tizen entdecken und die Versicherung, die Flagschiffe der S, Alpha und Note Reihen weiterhin mit Android auszuliefern, dürfte Google zusätzlich besänftigen.

Unterstützte Geräte

Bisweilen ist lediglich ein Smartphone mit dem hauseigenen Betriebssystem von Samsung zu haben: das Galaxy Z1. Dieses wird allerdings lediglich im Fernen Osten, hauptsächlich in Indien und Indonesien, vertrieben. Allem Anschein nach sogar mit Erfolg: Vor Kurzem verkündete Samsung, die Grenze von 1 Million verkaufter Z1 überschritten zu haben und angesichts des Erfolges in absehbarer Zeit das Nachfolgermodell, das Z3, herauszubringen. Zur Namensgebung: Nach ersten Plänen verwarf Samsung wohl das Konzept des Z2 und gestaltete sein Selfmade-Handy sowohl in Bezug auf die Technik als auch auf den Namen grundsätzlich neu.

Beide Geräte sind allerdings strikt in die Kategorie der Mittelklassehandys einzuordnen. Das Z1 erweist sich in vielen Bereichen sogar als rückständig, wenn zum Beispiel der verhältnismäßig kleine und unscharfe 4 Zoll Bildschirm und der eher schwache Dual-Core-Prozessor berücksichtigt werden. Auch speichertechnisch ist das Z1 nicht allzu gut bestückt: Neben einem 768 MB messenden Arbeitsspeicher steht dem Nutzer lediglich ein 4 GB großer Flash-Speicher zur Verfügung. Das Z3 könnte sich angesichts eines nun 5 Zoll großen Bildschirms, eines Quad-Core-Prozessors und eines 1 GB großen RAM- sowie 8 GB großen ROM-Speichers zumindest mit Geräten des mittleren Preissegments gut messen dürfen. Ob die Tizen-Handys auch nach Europa gelangen, lässt Samsung bisweilen allerdings noch offen, denn mit der Handysparte wollen die Südkoreaner vor allem einkommensschwache Käufer überzeugen, die auch nicht allzu hohe Ansprüche an die Hardware stellen. Umgerechnet kostet das Z1 derweil nämlich gerade einmal 70 Euro. Das Z3 soll in wenigen Wochen für rund 100 Euro ausgeliefert werden.

Eingestellt am: 27.07.2015

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